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Die neue CD...ein paar Gedanken

Was wollten wir überhaupt aufnehmen?

   Nun, wir wollten unbedingt Songs aufnehmen, die uns in unseren Live-Shows über eine lange Zeit begleitet haben.
   Wie hören sie sich eigentlich an, wenn man selbst, nicht auf der Bühne, sondern vor der Bühne steht?
   Uns war natürlich klar, dass es aus unserem riesigen Repertoire nur wenige Stücke auf die CD schaffen würden.

  Wir versuchten ausserdem die Vielfalt der Einflüsse zu berücksichtigen, die unsere Kompositionen prägen.

   Wenn also bei den Songs des Red on Blue- Albums eine ausgeprägte Linie von Hardrock Einflüssen zu finden ist, so ist auf dem neuen Rock on Blues- Album kein roter Faden zu finden.
   Es gibt: Hardrock, Blues, Bluesrock, Rockballaden, Funkrock,.... der Horror für eine Plattenfirma, die das vermarkten soll!
   Aber wir waren nie straight auf eine Richtung festgelegt. Warum also sollten wir eine Produktion machen, die so leicht zu verdauen ist wie die meisten, neueren Veröffentlichungen? Und verdammt ja... unsere Songs sind nicht gekürzt... Radio? Natürlich wollen wir, dass die Songs im Radio laufen, aber sie deswegen kürzen und verstümmeln?

   Egal! Die CD hat eine Spieldauer von über 74 Minuten! Und es sind 14 Songs drauf! Ein schöner Musikabend...

DirkStud1

1. GAMBLER
  
Der erste Song auf der CD. Ein richtiger Bluesrock- Knaller! Ein Höllen- Gitarrenriff, der die Drumbatterie von Ingo einleitet.
Dieser Kracher ist neu, obwohl einige veränderte Arrangements schon 2007 und 2008 Live zu hören waren. Viele werden sich über das langgezogene Ende des Songs wundern... Es war ein Gag, der uns im Studio eingefallen ist. Man hört die unglaublichen Drumfiguren von Ingo und wenn man etwas genauer hinhört, dann sind einige Gitarren- Riffs von anderen Gambler- Songs zu hören. Letztlich ist es das reinste Chaos!
   Dieser Titel macht uns einfach Spass und zeigt, was die moderne Mischung von Blues und Rock an Kraft und Energie hat.

Der Text, beschreibt das Leben als Spiel, in dem man gewinnen und verlieren kann. Wir sind alle die Spieler in diesem grossen Pokerspiel, wo auch betrogen und geschummelt wird. Wir glauben wir sind gut vorbereitet auf das Spiel, aber wir merken früher oder später, dass das Leben die Karten austeilt und wir nur das Beste daraus machen können.... bis wir die letzte Karte, die Todeskarte (Ace of Spades) ziehen....

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2. Without Your Love
  Beginnend mit einem Blues- Thema, gelang es uns, über eine Bridge zu einem Chorus zu gelangen, der eine typisch rockige Hookline ist!
   Als Hookline, bezeichnet man einen Chorus oder Refrain, der ins Ohr geht. Also das, was bei vielen Hardrock- oder Poprock- Songs unbedingt nötig ist und was dem Zuhörer in Erinnerung bleibt. Oder bleiben sollte!
   Nun, das scheint erstmal nichts ungewöhnliches zu sein. Aber wer macht schon einen Blues mit einer Hookline? Genau! GAMBLER!  Wiedermal eine perfekte Mischung aus der alten Blues-Welt und der modernen Rock- Musik. Wir mögen den Song so sehr, weil er so charakteristisch für GAMBLER ist.

Der Song handelt von Liebe und Verzweiflung. Tja, was bewegt uns mehr, als die persönlichen Beziehungen?

3. Feel Like I’m A Man
  Dieser Song ist einer unserer ältesten. Es ist eine Groove- Nummer im Stil der 80er Jahre. Ziemlich heavy. Ich weiss nicht mehr so recht wie dieser Song entstand, aber es war niemals ein Zweifel daran, dass unsere Fans ihn lieben und er öffnete nicht zuletzt als Opener bei unserem Konzert vor den SCORPIONS einige Ohren und Augen von wirklich eingefleischten SCORPION- Fans.

Der Text dieses Songs, stammt aus meiner eigenen Erfahrung und ist eine Erinnerung an die Tatsache, dass nur das weibliche Geschlecht, in der Lage ist, einem das Gefühl zu geben, dass man ein Mann ist..... und zwar mit allen Konsequenzen!

4. Goin’ With The Wind
Diese Ballade entstand in der Zeit, in der ein zweiter Gitarrist bei uns spielte. Rainer Kretschman.
  Nachdem er die Band verlassen hatte, verschwand auch dieser Song aus unserem Programm.
     Aber nicht aus unseren Köpfen. Natürlich wurden einige Änderungen im Arrangement nötig. Aber viele unserer Fans werden feststellen, dass die Melodie sich nicht verändert hat. Mit den wunderschönen Gitarren- Auflösungen und der zum 2. Chorus hin ständig ansteigenden Dynamik, ist diese Ballade ein würdiger Nachfolger von: ‘Never Let Me Go’ oder ‘Lady’!
   Ein wunderschönes Gitarrensolo vollenden dieses Highlight...

Ja zum Text gibt es nicht sehr viel zu sagen.... Ich war wohl ein bisschen unglücklich zu dieser Zeit....

Rock-Blues400

5. Nasty
   Es sollte ein typischer Riff-Rock-Song werden. Aber das Stück entwickelte sich zu einer Funk-Rock Nummer. Sehr vertrackte Riffs und Breaks ein Rhythmus- Krawall sozusagen.
   In den Gesangstrophen eine dünne, hohe Funk- Gitarre, in der Bridge zum Refrain ein Heavy- Rock- Riff und danach der groovende Funk- Rock Chorus. Drum- Breaks ohne Ende! Nach dem dunklen Gitarren- Solo, eine weitere Strophe, allerdings hört man anstelle der dünnen Funk- Gitarre einen fetten, tiefen, stampfenden Rock-Riff ....
     Hört sich alles sehr chaotisch an.... ja, und das soll es auch sein!  Das Stück hat fast 7 Minuten!
Nasty kann man garnicht lange genug sein :-)

Zum Text sage ich hier nicht viel...... zu nasty!

6. Pick Up On My Mojo
  Dieser Song stammt nicht von uns. Wir hörten ihn das erste Mal, gespielt von der niederländischen Band ‘Livin Blues’. Und die hatten ihn von Johnny Winter!
Wir haben etwas Power dazu gegeben und die Blues- Harp... fertig! Blues- Rock at it’s Best! Wir spielen ihn bei jedem Konzert, obwohl es ein Cover-Song ist! Wir haben eigentlich genug eigene Songs, aber es passiert einfach! Irgendwie weiss ich auch garnicht wie er auf die CD gelangen konnte....

Whiskey3

7. Lady Of Darkness
   Ein richtiger Hard- Rock- Song, der noch ein Verbindung zum ‘Red On Blue’ Album herstellt.
   Ein einleitender Gitarren- Riff, der das Grundthema des Songs bestimmt. Und natürlich gibt es eine Hookline! Insgesamt Straight- Forward!
   Allerdings gibt es einen Soloteil mit einem tango ähnlichen Rhythmus. Tolles Solo mit mehreren Auflösungen.

Auch hier gilt: Zum Text das English- Wörterbuch rausholen.... I love it!

8. Angel
  Uns ist erst spät in unserer langen Bandgeschichte aufgefallen, dass wir keinen langsamen Blues geschrieben haben. Der Grund dafür ist vielleicht darin zu suchen, dass wir hauptsächlich eine LIVE- Band sind. Irgendwie fehlte uns die Ruhe auf der Bühne. Konnten wir uns und dem Publikum eine solche Ruhe und Besinnlichkeit zumuten? Die meisten von uns wollen doch abrocken was das Zeug hält... Es muss halt knallen! Und, verdammt, es macht ja auch einfach Spass!

   Doch wer soll denn dann, diese so hinreissende und von Emotionen geprägte Musik, den Blues, den Leuten nahe bringen? Wollen die Leute das überhaupt? Wo ist der Gegenpart von House, Techno, HipHop usw. Für uns ist der Blues so viel mehr, als nur die Grundlage der modernen Musik. Aber natürlich muss der GAMBLER den Blues spielen.
   Wenn man nach einem Konzert, einen Jungen getroffen hat, bunt gefärbte Haare, Piercings, Hose fast vom Hintern fallend, der sich in einer jungen Death- Metal- Band an der Gitarre versucht und der dir dann gesteht, dass er zu Hause am liebsten Blues spielt, dann erkennt man, wie diese Musik über Generationen hinweg immer wieder fasziniert.

Damit ist über ‘Angel’ alles gesagt. Am besten die Augen schliessen und hören. So hört sich GAMBLER’s Blues an....

9. Love Is...
Dies ist der neuste Song auf dem Album. Ich sage ja, es ist ein Popsong.... Oh je! Ein paar bluesige Akkorde ein Rock- Riff (Dieters Gitarre at it’s Best!) und obendrauf... Na klar,... die Hookline!
   Also ich find es poppig.... Ja, nee is klar, hör dir mal die geile Klampfe an.... O. K. es ist ein GAMBLER- Popsong! .... Ach lass mich doch in Ruhe....

Im Text geht es darum, dass du schon etwas mehr investieren musst, wenn du nicht dein Leben lang nach einer dauerhaften Beziehung suchen willst. Wenn du also nicht nur Spass und Sex haben willst, sondern auch Liebeskummer, Entäuschung und dein Leben verändern willst..... Oh je... Oh je... wie komm ich da wieder raus!

Cover_Innen

10. Let Your Heart Do The Talkin’
   Dieser Song ist eine Ballade... Sagen wir, sie beginnt als Ballade, es wir traurig resümiert. Dann wird sie zornig. Und dann, im Chorus, wird eine Lösung angeboten. Dies klingt sehr prosaisch, aber man muss verstehen, dass der Text und die Musik sehr eng miteinander verbunden sind.
   Ich weiss, dass Lieder, die sich mit gesellschaftskritischen Themen befassen, die Welt nicht verändern. Trotzdem schreibt man hin und wieder solche Songs. Es geht ja trotzdem um Liebe. Allerdings um die Liebe zu unseren Mitmenschen im Allgemeinen.
   Da steh ich nun, ich armer Tor, ---- und singe, ‘lass hin und wieder mal dein Herz sprechen, es macht manchmal alles etwas leichter’ ---- und alles läuft so weiter, wie zuvor....
   Also es ist ein Appell, nicht mehr!
Zur Musik ist zu sagen: Sie ist schwer, dynamisch,... wir spielen den Chorus in einem schnelleren Tempo als die Verse und die Bridge, da der Chorus an Dynamik verliert, wenn er im gleichen Tempo gespielt würde. Aber das sollte nicht passieren.
   Auf der Bühne ist es etwas einfacher... vor allem dann, wenn das Publikum mitsingt.

11. Hard Times
   Ein typischer Hard-Rocker! Mit einem galoppierendem Rhythmus. Eine sehr frühe Komposition. Ich glaube 1980.
   Unser Drummer Ingo, hauchte diesem Oldie zusätzliche Dynamik ein. Früher wurde der galoppierende Rhythmus allein durch den Gitarren- Riff erzeugt. Jetzt wird er durch die Double- Bassdrum unterstützt.

Zum Text: Herz, Schmerz, aber es geht immer weiter. Neue Liebe neues Glück!

12. Welcome To The Madhouse
   Ja, willkommen im Irrenhaus! Wiedermal gesellschaftskritisch! Aber irgendwie bin ich ja auch ein politischer Mensch. Was soll’s!
   Dieser Song hüpft und springt. Toller Rhythmus, toller Riff, es macht Spass ihn zu spielen. Zum mitmachen animierend.
   Diesen Song haben wir das erste Mal im Studio von Rob Orlemans, in Holland, aufgenommen. Er wurde aber nie veröffentlicht. Ja, ich weiss, einige unserer treuesten Fans haben eine Kopie bekommen. Aber hört mal, welch ein Unterschied schon die Drum- Arbeit macht! Das Solo wurde mit einem Octavider verfremdet, obwohl es schon chaotisch war!
   Am Schluss ist es wirklich ein Irrenhaus, was da im Studio passierte....

Der Text: O.k. ein kleiner Auszug:
                 2. Vers:  Du arbeitest dein Leben lang, um  Rentner zu werden.
                                 Dein Körper beginnt auch langsam zu sterben.
                                 Aber deine Ängste interessieren sie nicht.
                                 Sie zählen dich aus, denn schliesslich bist du ein Parasit.
                                 Sie werden dir das Licht ausblasen.
                 Bridge:   Es braucht eine ganze Zeit, bis du verstehst wie das Leben funktioniert
                                 Du kannst darüber nachdenken, bevor du ankommst....
               Chorus:  Willkommen im Irrenhaus, im Irrenhaus deines Lebens
                                 Willkommen im Irrenhaus, du hast zu springen und hüpfen
                                 Willkommen im Irrenhaus, das Irrenhaus ist dein Leben
                                 Willkommen im Irrenhaus,
                                 es besteht kein Zweifel, dass du eines Tages ankommen wirst.

13. Back On The Road
   GAMBLER’s Rock’n’Roll Yeah! Diesen Song braucht man nicht kommentieren. Obwohl er mehr ist als ein normaler Rock’n’Roll. Die Solo- Einlagen von Gitarre und Mundharmonika sind auf der CD natürlich kürzer, als bei unseren LIVE- Gigs. Da gibt es dann manchmal das ein oder andere Duell.
   Wiederum ein mitreissender Riff, dem selten ein Zuhörer wiederstehen konnte. Der Fuss geht aber in jedem Fall mit!

Im Text geht es darum, wie wir uns freuen, wieder für unsere Fans spielen zu können und wie die ganze Atmosphäre bei einem Auftritt rüber kommt. Und eines ist klar: Wir spielen für unser Publikum ‘ The People I live and I die for
                                                       come along with me,
                                                     i’d like You to be,
                                                     one of us ‘till You can’t take no more!

14. Ev’rybody Makes Mistakes
   Als letztes, und es ist ein krönender Abschluss, ein Blues! Obwohl er nicht von uns komponiert ist, musste er einfach auf die CD. Ich glaube auch zur Freude der Zuhörer.
 
Ich habe Jan Scherpenzeel bei einem seiner Konzerte mit dem besten Blues- Gitarristen Hollands auf der Bühne gesehen. Als ich diesen Song hörte, war ich begeistert. Selbst der Text, erinnerte mich an etwas, dass man nicht vergisst und auch nicht vergessen sollte. Ich hätte keinen passenderen Text schreiben können. Dieter und ich sind uns einig: Das ist der Blues!
   Unsere Liebe!

Booklet
Songs
Moschus

Moschus
Spacelab Studio

Hinter den Kulissen...
Die Produktion und die Aufnahme der neuen CD, war ein langer Prozess. Durch die Berufstätigkeit der Musiker, war es nicht möglich alles in einem Durchgang aufzunehmen. Immer wenn es uns unsere Zeit gestattete gingen wir ins Studio und arbeiteten. Sicher wäre all dies auch in kürzerer Zeit möglich gewesen, aber unsere Jobs gehen nun mal vor.
Wir arbeiteten in einem kleinen Studio unter der Mithilfe unseres grossartigen und geduldigen Freundes Thomas Stauch, an den Basic- Tracks.
Drums, Bass und Gitarre wurden eingespielt.
 

Mit diesen Aufnahmen begaben wir uns in das SpaceLab Studio von Christian Moos, von allen kurz Moschus genannt, Er bearbeitete die Spuren und zeigte dabei seine ganze Klasse, als Soundtechniker, Musiker und Produzent! Und, was das wichtigste ist... als ruhender Pol. Zitat: Es gibt keine Probleme.... nur Lösungen!
   Von seinem Knowhow profitierte die gesamte Aufnahme! Er hatte sehr schnell eine Vorstellung davon, wass wir wollten. Wir wollten eine rauhe, lebendige Produktion. Kein überproduziertes Klanggebilde!
Nachdem der Gesang aufgenommen war, und die ersten rohen Mixe fertiggestellt waren, begann sich die Musik wieder in den Vordergrund zu spielen.... Ja, es war ein eigentümliches Gefühl, nach der Studioarbeit, die sehr technisch und bruchstückhaft war, zu erleben, wie die Songs plötzlich wieder die Hauptkandidaten waren.
   Es war uns und vor allem Christian, gelungen, die Technik wieder zum Sklaven der Songs werden zu lassen. Genauso sollte es sein! Und genau das ist es was mir bei vielen neueren CD’s heutzutage sauer aufstösst: Die Technik ist dominanter, als die Komposition!

Das soll es erst mal gewesen sein....  Bald kommt noch mehr....

Take care....

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